Allen ein superliebes Hallo!

vor allen an meine Freunde :D


Ein bisschen über mich:

Im Folgenden werde ich grob erzählen, was in meinem Leben bis jetzt passiert ist, damit man vielleicht besser verstehen kann, wieso ich manche Dinge mache oder eben auch nicht. Aber auch um zu verstehen, warum ich das eine oder andere verhalten zeige.

Mein Name ist Janina Carina Thor und ich bin 15 Jahre alt. Geboren bin ich am 07.12.1996 zusammen mit meiner Schwester in der hessischen Stadt Frankfurt am Main. Durch einen Unfall (Sommer 1997) haben wir unsere Eltern ziemlich früh verloren, Erinnerungen an die sind deswegen leider nicht vorhanden. Da scheinbar keine Verwandten auffindbar waren wurden wir im selben Jahr von der Familie Thor aufgenommen, die wir seit dem liebevoll Mama und Papa nennen. Durch das Eintreten in eine neue Familie sind wir relativ früh nach Kiel umgezogen, weshalb ich dies auch als meine Heimatstadt ansehe, da ich hier fast meine gesamte Kindheit verbracht habe. Im Kindergarten fing ich dann bereits an, irgendwie etwas anders zu sein als die anderen, wo die anderen ihre Zeit mit Mama, Papa und Kind spielen verbrachten, habe ich mir Bücher zum Lesen mitgenommen oder ein Rechenheft was ich damals geschenkt bekommen habe. Das Spielen mit den anderen fand ich irgendwie langweilig, weil es mich irgendwie immer gelangweilt hatte, ich habe mich also nicht großartig bemüht Anschluss bzw. Freunde zu finden. Die einzige mit der ich wirklich etwas zu tun hatte war Maike, mag daran liegen dass wir Geschwister waren. Bereits am Anfang der Kindergartenzeit konnte ich es nicht mehr abwarten bis die Schule endlich losgehen sollte. Um uns eine (große) Freude zu bereiten, schenkten Mama und Papa uns 2000 unser neues Familienmitglied Shari, ein Norwegerpferd (er war ein ausgebildetes Therapiepferd, zu dem Zeitpunkt wussten wir nicht, dass dies noch vom Vorteil werden kann). Dann war es soweit im Sommer 2003 ging dann endlich die Schule los, aber auch hier fand ich es nicht so herausfordernd wie ich gedacht hatte, für mich begann eine relativ schwierige Zeit. Andauernd gab es Ärger, weil ich Vorlaut war, einfach weil ich nicht verstanden habe wieso man in der ersten Klassen noch Lernen muss, was 1+1 ist, ich war bereits weiter. Dann im Winter 2003 gab es das nächste einschneidende Ereignis, Maike hatte einen Verkehrsunfall, 3 Monate Krankenhaus und die Diagnose Querschnittslähmung. Für uns alle war die nachfolgende Zeit nicht unbedingt die leichteste. Wir beide blieben zwar auf der gleichen Schule, waren aber durch die gegebenen Umstände dazu gezwungen verschiedene Klassen zu besuchen, Maike war in dem Teil der Schule, der für Menschen mit Behinderungen war und ich konnte ganz normal weiter in meine Klasse gehen. In der Schule bekam ich immer mehr Probleme, ich verweigerte den Unterricht und machte keine Hausaufgaben mehr. Es gab sehr viele Gespräche mit meinen Eltern und den Lehrern, keiner konnte wirklich verstehen wieso ich so auf Schule reagiere, denn im privaten Bereich war ich genau das Gegenteil. Die Lehrer und meine Eltern sind zu dem Schluss gekommen: ein Besuch beim Schulpsychologen scheint unausweichlich. Verschiedene Untersuchungen und Tests brachten es dann hervor, klein Janina ist hochbegabt, trotz der Wahl, in die 3. Klasse aufzusteigen, blieb ich in meiner Klasse, habe allerdings zum Teil andere Aufgaben bekommen und wurde im privaten Bereich extra gefördert. Nach der 4. Klasse stand dann der Schulwechsel an, wieder konnten Maike und ich auf die gleiche Schule, dem BZM in dem Stadtteil Mettenhof, ich konnte dort auf das THG gehen und Maike in einen anderen Teil der Schule. Schon bald bekam ich dann die Möglichkeit in die 6. Klasse aufzusteigen, diesmal nahm ich das Angebot an, es war zwar immer noch ziemlich langweilig, aber es gab ab und an Stunden, in denen wir nur mit Leuten im Unterricht waren, die die gleiche Begabung hatten, das waren dann die schönen Zeiten. So kämpfte ich mich dann durch die nächsten Jahre. Im Jahr 2007 ging es dann erneut bergab, nachdem es Maike ein paar Wochen schon nicht gut ging ist Mama dann mit ihr in die Klinik gefahren, Diagnose: Osteosarkom in der Wirbelsäule, es folgten diverse Aufenthalte im Krankenhaus und bald darauf die Nachricht, dass keine Chance auf Heilung mehr besteht. Die Zeit im Folgenden war für uns alle nicht einfach, wir alle verbrachten dann mehr Zeit im Krankenhaus als zu Hause. 2009 war es dann soweit, da meine Eltern ja selber beide Ärzte sind, haben die uns beide schon auf das vorbereitet, was kommen wird, aber alles reden ist nicht dasselbe wie in Wirklichkeit mit ansehen zu müssen, wie es ist, jemanden beim Sterben zuzusehen, zu der Zeit war ich kaum in der Schule. Fast 5 Wochen lang mussten wir zusammen mit Maike durchhalten, bis sie es dann endlich hinter sich hatte. Das einzige was ich danach wollte, war einfach wieder Normalität, ich ging wieder zur Schule, suchte mir Beschäftigungen, um bloß nicht über das Nachzudenken, was passiert war, ich denke zu der Zeit fing es an, dass ich mich immer weiter von der restlichen Welt zurückgezogen habe. Zu Hause wurde mir zwar ständig Hilfe angeboten, aber ich versuchte so überzeugend wie möglich zu erklären, dass alles gut sei, denn Mama und Papa hatten genug mit sich selbst zu kämpfen, ich musste da nicht auch noch Probleme machen (so habe ich damals zu mindestens gedacht) Um uns alle etwas abzulenken schufen wir uns einen Hund an, ein „Wald-und Wiesenhund“, in dem ist wirklich alles an Rassen drin, was man so kennt (gefühlt) er ist ein Rüde und heißt Esther. Anfang 2010 ging es dann für uns gleich weiter (es war so, als ob uns keine Ruhe gegönnt sei). Aufgrund seit ein paar Tagen anhaltender, ziemlich heftiger Kopfschmerzen hatte Mama mich gezwungen zum Arzt zu gehen (ich bereue diesen Schritt immer noch), der hat mich nach verschiedenen Untersuchungen dann gleich in die Klinik eingewiesen. Da nahm dann das Übel seinen Lauf, vorläufige Diagnose: Glioblastoma multiforme- inoperabel, multiple Metastasierungen. Lebenserwartung bei sofort beginnender Therapie: nicht mehr als 6 Monate, da das Ding anscheinend schon länger dort hauste. Es ging dann sofort los mit Chemo- und Strahlentherapie, aber im Folgenden kamen immer mehr Probleme dazu. Seitdem bin ich die meiste Zeit in irgendwelchen Krankenhäusern, die zu meinem Leidwesen immer mehr Sachen feststellen und ich mich mittlerweile Frage, wie viel der menschliche Organismus eigentlich aushalten kann bevor er völlig zusammenbricht. Mittlerweile gab es mehrere Momente, an denen alle beteiligten mich mehr auf der Seite des Todes als auf der der Lebenden gesehen haben, und zwischenzeitlich merke ich auch, dass ich mich immer öfter mit dem Thema Tod auseinandersetzte, ich habe zwar versucht es zu verdrängen, aber irgendwann kommt man wohl nicht mehr drumherum. Dazu kam dann noch, dass meine Mama im April diesen Jahres im Krankenhaus verstorben ist, wieder ein Tiefschlag, ich lass mir vor Papa und den anderen in meiner Umgebung nicht allzu viel anmerken, aber ich glaube das Ganze nimmt mich mehr mit als ich wahrhaben möchte.

Andererseits lebe ich noch (Unkraut vergeht halt nicht), dabei sind die 6 Monate schon lange um, allerdings muss ich mit straken Einschränkungen zurechtkommen, aber lieber so als wenn es schon zu Ende wäre, denke ich mir immer. Eigentlich habe ich auch mehr oder weniger ein Schulverbot bekommen, aber mit viel reden habe ich es durchbringen können, soweit es mir möglich ist trotzdem zur Schule zu gehen, nur zu Hause sitzen kann ich einfach nicht.

Im Moment (06/12) bin ich zum größten Teil erst mal zu Hause, Papa und ich haben uns eine Wohnung genommen, da unser altes Haus für uns beide zu groß ist und dort auch irgendwie zu viele Erinnerungen stecken. Aber eine drei Zimmerwohnung reicht für uns beide völlig aus, wenn ich nach den Ferien wieder zur Schule gehe bin ich eh den halben Tag nicht zu Hause, Papa eh nicht, weil er den größten Teil des tage sauf der Arbeit ist.

Ich hoffe auf jeden Fall darauf, dass in Zukunft (so viel wie davon noch bleibt) wieder ein paar positive Sachen passieren! Man soll die Hoffnung ja nie aufgeben oder? Ich freue mich auf jeden Fall schon wieder auf die Schule, die 11. Klasse wird sicher ganz in Ordnung, auch wenn ich in eine völlig neue Klasse komme.

Zudem hoffe ich auf das lang ersehnte Treffen mit Vasi am 14.07.12 und vielleicht ein Treffen in Köln irgendwann zwischen dem 16. Und 22.07, wäre endlich mal Zeit ;)

An dieser Stelle auch nochmal ein ganz großes “Knuddel“ an alle die mich in dieser Zeit unterstützen und mich auch nicht im Stich lassen wenn ich zum Teil Phasenweise sehr schlecht drauf bin

Vasi, Yuyu, Papa und ein paar Menschen aus meiner Schule.

 

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